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8. August 2016

 
 

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Wicky (Vera of Blue Castle)

Der West Highland White Terrier ist nicht nur ein echter Terrier, er ist auch ein echter Schotte. Er wurde als Jagd- und Stöberhund gezüchtet und ist damit auch darauf vorgeprägt worden, selbstständig zu entscheiden... was dazu führt, das er dazu neigt, seinen eigenen Willen zu haben und auch seinen eigenen Kopf durchzusetzen. Er sucht sich innerhalb seines Rudels einen Anführer aus, den er akzeptiert und dessen Befehle er (mehr oder weniger) Folge leistet. Gegenüber dem restlichen Rudel versucht er durchaus auch seine Rangstellung als "stellvertretender Leithund" zu behaupten. Westis brauchen also eine entsprechend konsequente Führung, damit sie nicht aus der Reihe tanzen und selber das Rudel übernehmen wollen.

Davon hatten wir damals, als wir Wicky als unseren ersten Hund holten, wenig gespürt. Wicky war in dieser Hinsicht kein typischer Terrier, vielmehr war sie ein wenig ängstlich und dadurch natürlich sehr darauf bedacht, allen zu gefallen. Mit ihrem weißen Fell und den großen, schwarzen Kulleraugen konnte sie natürlich sehr gut die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und genoß die damit zusammenhängenden Streicheleinheiten. Sie war lieb, anhänglich und verschmust - kurzum: ein außergewöhnlich braver Hund.

Als dieses kleine Fellknäuel zu uns kam, gab es doch tatsächlich einige unwissende Nachbarn, die sie zunächst für eine Ratte hielten! In verletztem Stolz bellte Wicky dann irgendwann entrüstet, damit diese Unklarheiten endlich einmal beseitigt waren. Mit der Zeit und zunehmendem Körperwachstum erübrigten sich dann auch solche Spekulationen.
 
Ihr Lieblingsplatz war ihre Kuscheldecke auf dem Fernsehhocker. Dort konnte sie stundenlang ruhen und das Programm auf der Mattscheibe verfolgen. Ihr besonderer Schwarm war damals Karel Gott in der ZDF-Schlagerparade, der allerdings keinen ihrer stummen Fanbriefe jemals beantwortet hat.

Ansonsten liebte sie gern ausgiebige Waldspaziergänge, bei denen es so viele verschiedene Gerüche zu schnuppern gab. Dabei turnte sie liebend gerne auf geschlagenen Baumstämmen herum. Erst später erfuhren wir, das sie ein Augenproblem hatte und sehr schlecht sehen konnte. Ihren Balanceakten im Wald tat dies aber keinen Abbruch.
 
Unvergessen bleibt auch ihre Fähigkeit zu Betteln... ich meine zu Hypnotisieren. Mit unglaublicher Ausdauer himmelte sie pausierende Jogger an, um ein Stückchen von einer Banane zu ergattern. Dumm nur, dass ihre Opfer meist nicht wussten, was sie von ihr wollte - welcher Hund bettelt schon um eine Banane? Dennoch war sie ab und zu erfolgreich, was sich dann in einem wohlig schmatzenden Geräusch äußerte.

Die Zeit mit Wicky war schön, jedoch leider viel zu kurz. Neben ihrem Augenleiden kamen schon bald Lähmungserscheinungen in den Hinterläufen hinzu, so dass es ihr immer schwerer viel zu laufen. Bald war der Zeitpunkt der Entscheidung gekommen, bei der wir zwischen Leiden und Erlösen wählen mussten. Schließlich blieb uns nichts anderes übrig, als von ihr Abschied zu nehmen. Wicky wurde nur vier Jahre alt.